MicroBilG
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12.02.2013 Bilanzpflicht & größenabhängige Erleichterungen
Zwirner und Froschhammer untersuchen die Reform der Rechnungslegung für Kleinstkapitalgesellschaften
 
Kurznachricht zu ""Reform" der Rechnungslegung für Kleinstkapitalgesellschaften ohne deregulierende Auswirkungen für die Praxis? - MicroBilG in Kraft getreten" von WP/StB Dr. Christian Zwirner und Dr. Matthias Froschhammer, ...

Kurznachricht zu ""Reform" der Rechnungslegung für Kleinstkapitalgesellschaften ohne deregulierende Auswirkungen für die Praxis? - MicroBilG in Kraft getreten" von WP/StB Dr. Christian Zwirner und Dr. Matthias Froschhammer, original erschienen in: StuB 2013 Heft 3, 83 - 89.

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Zwirner und Froschhammer erläutern im ersten Abschnitt die Zielsetzung des MicroBilG. Der Gesetzgeber hatte das Ziel, sehr kleine Kapitalgesellschaften (Kleinstkapitalgesellschaften) von den derzeit recht umfangreichen Rechnungslegungs- und Offenlegungsvorschriften zu entlasten, indem die entsprechenden Möglichkeiten der Micro-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt wurden. Die Autoren erläutern § 267a HGB n.F. und weisen darauf hin, dass durch die neu eingeführte Bestimmung durch die Schaffung einer neuen Unternehmenskategorie erneut eine weitere Differenzierung der Rechnungslegungs- und Offenlegungspflichten vorgenommen wird. Aus Sicht der Autoren ist allerdings fraglich, ob die hierdurch zunehmende Heterogenität der Unternehmenspublizität die Vergleichbarkeit der Unternehmen untereinander verbessert.

Zwirner und Froschhammer untersuchen im Folgenden den Anwendungsbereich des MicroBilG. Sie machen deutlich, dass § 267a Abs. 1 HGB Kleinstkapitalgesellschaften als kleine Kapitalgesellschaften definiert, bei denen an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren mindestens zwei der drei folgenden Größenkriterien nicht überschritten sind: (1.) 350.000 EUR Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (nach § 268 Abs. 3 HGB); (2.) 700.000 EUR Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag; (3.) Im Jahresdurchschnitt zehn Arbeitnehmer. Die Bestimmung ist auf die den Kapitalgesellschaften gleichgestellten Personenhandelsgesellschaften im Sinne von § 264a HGB analog anzuwenden.

Im nächsten Abschnitt setzen sich die Autoren mit den Erleichterungen bei der Jahresabschlusserstellung für Kleinstkapitalgesellschaften auseinander. Kleinstkapitalgesellschaften haben gem. § 266 Abs. 1 Satz 4 HGB die Möglichkeit, lediglich eine verkürzte Bilanz zu erstellen. Ein Ausweis aktiver latenter Steuern muss nur erfolgen, wenn das Unternehmen freiwillig § 274 HGB anwendet und nicht die Befreiungsmöglichkeit des § 274a Nr. 5 HGB nutzt. Zwirner und Froschhammer untersuchen im Folgenden den Verzicht auf die Erstellung eines Anhangs. Schließlich befassen sich die Autoren mit den Erleichterungen bei der Offenlegung des Jahresabschlusses für Kleinstkapitalgesellschaften. Schließlich legen sie dar, dass in Art. 70 EGHGB die erstmalige Anwendung der neuen Vorschriften im HGB geregelt wird. Die Änderungen sehen sie in ihrem Fazit kritisch und verweisen u.a. auf den hohen administrativen Aufwand.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.