29.09.2014 Künstlersozialversicherung
Die Künstlersozialabgabe und ihre Bedeutung für die beratenden Berufe - ein Beitrag von Michow und Ulbricht
Kurznachricht zu "Die Künstlersozialabgabe - Spätzünder mit Sprengsatzpotenzial" von Professor Jens Michow und Dr. Johannes Ulbricht, original erschienen in: NWB 2014 Heft 38, 2862 - 2869. Der Beitrag b ...

Kurznachricht zu "Die Künstlersozialabgabe - Spätzünder mit Sprengsatzpotenzial" von Professor Jens Michow und Dr. Johannes Ulbricht, original erschienen in: NWB 2014 Heft 38, 2862 - 2869.

Der Beitrag befasst sich mit der Bedeutung des bereits 1983 in Kraft getretenen Künstlersoziversicherungsgesetzes (KSVG), das nach Ansicht der Autor künftig an Bedeutung gewinnen wird. Dies begründen die Autoren damit, dass mit dem neuen Gesetz zur Stabilisierung des Künstersozialabgabesatzes (KSAStabG) die Prüfung der Melde- und Abgabepflichten aller Unternehmen sehr verstärkt wird. Daher sei es notwendig, dass sich insbesondere Steuerberater mit den Bestimmungen des KSVG vertraut machen.

Michow und Ulbricht machen in diesem Aufsatz deutlich, dass das KSVG auch Wirkung für Unternehmen ohne jeden Bezug zur Tätigkeit von Künstler und Publizisten im klassischen Sinne entfaltet. Die Künstlersozialkasse (KSK) führe eine Liste mit über 120 verschiedenen Berufen, die sie als künstlerische bzw. publizistische Berufe behandelt. Jeder Verwerter selbständiger künstlerischer Leistungen werde durch das Gesetz zur Zahlung einer Abgabe, zu Aufzeichnungen und zu Vorauszahlungen verpflichtet. Hierfür sei Voraussetzung, dass die Beschäftigung auf der Basis beruflicher Selbständigkeit und nicht im Abhängigkeitsverhältnis erfolge.

Die Autoren stellen klar, dass die Ausweitung der Prüfungen der Unternehmen bezüglich der Erfüllung ihrer Melde- und Abgabepflicht durch das KSAStabG zu neuen Aufgaben bei der steuerlichen Beratungspraxis führt. Jeder Unternehmer habe somit zu prüfen, ob sein Unternehmen zum Katalog der abgabepflichtigen Unternehmen gem. § 24 Abs. 1 KSVG zählt oder von ihm ansonsten regelmäßig Entgelte an selbständige Künstler und Publizisten gezahlt werden. Falle die Prüfung positiv aus, so sei das Unternehmen verpflichtet, sich bei der KSK zu melden. Zudem könne sich die Frage der Beseitigung von "Altlasten" aus der Vergangenheit ergeben. Michow und Ulbricht erläutern, dass der Kreis der Abgabepflichtigen in § 24 KSVG normiert ist. Die Vorschrift bestimme die Abgabepflicht "dem Grunde nach". Hierbei könne insbesondere die Abgrenzung zwischen künstlerischer und handwerklicher Tätigkeit Schwierigkeiten bereiten. § 25 KSVG regele sodann, auf welche Entgelte des Abgabepflichtigen die Künstlersozialabgabe anfällt. Man spreche hier von der "Abgabepflicht der Höhe nach". Nach Auffassung der Autoren sollten Kenntnisse des KSVG spätestens seit Inkrafttreten des KSAStabG am 01.01.2015 zum Standardwissen aller Steuerberater zählen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Tim Buchhofer.