12.05.2016 Arbeitszeugnis & Arbeitsbescheinigung
Popp skizziert die formalen Anforderungen an ein Arbeitszeugnis
Kurznachricht zu "Das formal korrekte Arbeitszeugnis - Von der Papierqualität bis hin zur vollsten Zufriedenheit" von Dr. Gerfried J. Popp, original erschienen in: DB 2016 Heft 18, 1075 - 1078. Vor dem ...

Kurznachricht zu "Das formal korrekte Arbeitszeugnis - Von der Papierqualität bis hin zur vollsten Zufriedenheit" von Dr. Gerfried J. Popp, original erschienen in: DB 2016 Heft 18, 1075 - 1078.

Vor dem Hintergrund des § 630 BGB muss ein Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber stammen (Urteil des BAG vom 29.07.1971 - 2 AZR 250/70). Hierbei kann im Einzelfall auch der Arbeitnehmer an der Formulierung mitwirken. Der Arbeitnehmer kann jedoch keine emotionale Aussagen verlangen und durchsetzen. Das Arbeitszeugnis muss als körperliche Urkunde der Schriftform genügen. Im Regelfall wird es auf Papier niedergeschrieben, das von guter Qualität sein muss (Urteil des BAG vom 03.03.1993 - 5 AZR 182/92). Grundsätzlich eignet sich der im Allgemeinen verwendete Geschäftsbogen. Das Adressfeld des Arbeitszeugnisses sollte nicht die Privatanschrift des Arbeitnehmers enthalten, da es im Regelfall persönlich übergeben wird (Urteil des LAG Hamm vom 17.06.1999 - 4 Sa 2587/989). Das Arbeitszeugnis darf nur insoweit gefaltet werden, als hierdurch die Kopierfähigkeit nicht beeinträchtigt wird (Urteil des BAG vom 21.09.1999 - 9 AZR 893/98). Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein orthografisch korrektes Arbeitszeugnis (Urteil des LAG Düsseldorf vom 23.05.1995 - 3 Sa 253/95). Auch muss das Arbeitszeugnis sprachlich und grammatikalisch ordnungsgemäß sein. Dennoch wurde zum Beispiel die sprachlich nicht korrekte Bewertung "vollste Zufriedenheit" akzeptiert (Urteil des LAG Düsseldorf vom 11.11.1994 - 17 Sa 1158/94). Weiterhin widmet sich der Verfasser auch Fragen der Interpunkton und der Syntax. So dürfen im Arbeitszeugnis grundsätzlich keine Ausrufe- oder Fragezeichen verwendet werden. Das Arbeitszeugnis sollte mit einem Ausstellungsdatum versehen sein, das zeitnah zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist. Das Arbeitszeugnis ist vom Arbeitgeber bzw. einem entsprechend befugten Vertreter zu unterschreiben (Urteil des LAG Frankfurt am Main vom 30.06.1192 - 6 Sa 106/92). Schließlich ist der Erfüllungsort für die Erstellung des Arbeitszeugnisses der Arbeitsort des Arbeitnehmers (Urteil des BAG vom 08.03.1995 - 5 AZR 848/93).

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Martin Funk.