26.07.2017 Ungerechtfertigte Bereicherung
LG Hannover: Beklagter muss Schmuck des Opfers herausgeben
Die 6. Zivilkammer des Landgerichts Hannover hat Nurettin B., der Ende Mai vom Schwurgericht zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes an seiner Lebensgefährtin verurteilt worden war, verurteilt, Schmuckstücke an dieselbe herauszugeben.

Die Klägerin machte Herausgabeansprüche gegen den Mann geltend, mit dem sie nach islamischem Recht verheiratet war. Zur Hochzeit hatte sie viel Schmuck erhalten, einerseits von ihren Verwandten als Geschenke, andererseits auch von dem Beklagten als sogenannte "Morgengabe". Das Paar trennte sich im Mai 2014. Die Klägerin behauptet, sie habe den Schmuck, der ihr von dem Beklagten stets auch nur zum Anlegen herausgegeben worden sei in der gemeinsamen Wohnung zurückgelassen.

Der Beklagte hingegen behauptet, die Klägerin habe sämtliche Gegenstände, darunter 11 Goldreifen, eine lange Goldkette, Ohrringe, Armreifen und etliche Ringe bei ihrem Auszug mitgenommen. Die Zivilkammer wies dieses Verteidigungsvorbringen als verspätet und damit unbeachtlich zurück und verurteilte den Mann. Nurettin B. hat nun vier Wochen Zeit, die Schmuckstücke herauszugeben, andernfalls muss er der Klägerin 20.400,- EUR Schadensersatz zahlen.

Urteil des LG Hannover vom 26.07.2017, Az.: 6 O 276/16

Quelle: Pressemitteilung Nr. 26/2017 des LG Hannover vom 26.07.2017