17.11.2017 Sonstige Hilfen zur Kinderpflege, Erziehung & Betreuung
Schäfer-Sikora erläutert den wesentlichen Inhalt der Kooperationsvereinbarung zum Schutz der Flüchtlinge in Gemeinschaftunterkünften in Köln
Kurznachricht zu "Kooperations- und Kinderschutzvereinbarung für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in Köln" von Renate Schäfer-Sikora, original erschienen in: NDV 2017 Heft 11, 501 - 505. Für ...

Kurznachricht zu "Kooperations- und Kinderschutzvereinbarung für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in Köln" von Renate Schäfer-Sikora, original erschienen in: NDV 2017 Heft 11, 501 - 505.

Für die Betreuung von Flüchtlingen in Gemeinschaftsunterkünften sind in Köln insbesondere das Amt für Kinder, Jugend und Familie, das Amt für Wohnungswesen und beauftrage Betreuungsträger zuständig. Vor dem Hintergrund des knappen Wohnraums in Köln und der teilweise unterschiedlichen Arbeitsabläufe der betroffenen Ämter kam es immer wieder zu Reibungspunkten zu Lasten der Flüchtlinge. Zur Verbesserung der Situation trat am 01.10.2016 die Kooperations- und Kinderschutzvereinbarung für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in Köln in Kraft. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht das gemeinsame Ziel, beim Verdacht der Kindeswohlgefährdung besser zusammenzuarbeiten und die Arbeitsabläufe transparenter zu machen. In dieser Vereinbarung wurde als Aufgaben des Amtes für Kinder, Jugend und Familie zum Beispiel der interkulturelle Dienst und die Hilfegewährung nach dem SGB VIII festgeschrieben. Das Amt für Wohnungswesen sowie die beauftragten Betreuungsträger verpflichteten sich beispielsweise dazu, Indizien für Gefährdungen zu notieren und weiterzugeben. Die Verfasserin weist auch darauf hin, dass die Beschäftigen des Amtes für Wohnungswesen und die beauftragten Betreuungsträger sechs Monate lang geschult wurden im Hinblick auf das Thema des Kindesschutzes bzw. der Kindeswohlgefährdung. Hierbei wurde auch auf die Maßstäbe der Kindeswohlgefährdung nach dem § 1666 BGB und nach dem § 8a SGB VIII eingegangen. Auf der Basis dieser Schulungen konnte auch ein trägerübergreifender Austausch erfolgen und das Problembewusstsein wurde geschärft. Mittlerweile leben in Köln weniger Menschen in Notunterkünften. Auch ist der Kindesschutz jetzt besser in die Arbeitsabläufe integriert. Schließlich sollten auch das nichtpädagogische Personal und die Ehrenamtlichen zukünftig in die Vereinbarung besser einbezogen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Martin Funk.