09.07.2018 Allgemeine Grundsätze des Verwaltungshandelns
Hill erläutert die Rahmenbedingungen für agiles Handeln der Verwaltung
Kurznachricht zu "Agiles Verwaltungshandeln im Rechtsstaat" von Prof. Dr. Hermann Hill, original erschienen in: DÖV 2018 Heft 13, 497 - 504. In der heutigen schnelllebigen Zeit mit komplexen Sachverhalt ...

Kurznachricht zu "Agiles Verwaltungshandeln im Rechtsstaat" von Prof. Dr. Hermann Hill, original erschienen in: DÖV 2018 Heft 13, 497 - 504.

In der heutigen schnelllebigen Zeit mit komplexen Sachverhalten ist ein flexibles Handeln auch im Bereich der Verwaltung notwendig. Es wird insoweit auch von der "VUCA"-World" ("Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity") gesprochen. In der "VUCA"-World" wird die Einhaltung der Normen angesichts schnell wandelbarer Sachverhalte immer schwieriger. In der deutschen Verwaltungskultur herrscht vor dem Hintergrund des Rechtsstaatsprinzips die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung vor. Trotz des § 10 VwVfG, der grundsätzlich keine bestimmte Form für das Handeln vorschreibt, überwiegt ein streng formales Verwaltungsverfahren. Die Gefahr der Haftung und eine eher vorsichtige Haltung führen in der Verwaltung dazu, dass flexibleres, innovatives Verwaltungshandeln die Ausnahme bildet. Auch hat sich in der Verwaltung nach Meinung des Verfassers noch keine spezifische Fehlerkultur etabliert, wonach Fehler auch als Chance zum Lernen begriffen werden könnten.

Des Weiteren werden Möglichkeiten zum agileren Verwaltungshandeln vorgestellt. Schon auf Gesetzesebene gibt es zum Beispiel Experimentier- und Öffnungsklauseln, mit denen flexibler auf sich verändernde Sachverhalte reagiert werden kann. Die Zweckbestimmung im § 1 BImSchG kann als Zielkorridor verstanden werden, den die Verwaltung mit verschiedenen Maßnahmen im Einzelfall erreichen soll. Das agile Verwaltungshandeln sollte auch mehr inputorientiert sein, wobei die Aufgaben und die Anforderungen an das Team präzise beschrieben werden müssen. Das agile Handeln muss auch den Outcome berücksichtigen, der sich vor allem am Gemeinwohl sowie am Nutzen orientiert. Schließlich muss auch die Führungskraft ihre Mitarbeiter laufend motivieren und sie frühzeitig in die Zwecke und Ziele des Handelns einbinden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Martin Funk.