17.10.2018 Einkünfte gemäß Doppelbesteuerungsabkommen
Homuth zur segmentierten Betrachtungsweise bei künstlerischen Gesamtproduktionen nach dem BFH-Urteil vom 25.04.2018
Kurznachricht zu "Künstler im Steuerrecht: Zur segmentierten Betrachtungsweise von Gesamtproduktionen" von StB Ralph Homuth, original erschienen in: IWB 2018 Heft 19, 746 - 752. Der Autor beschäftigt si ...

Kurznachricht zu "Künstler im Steuerrecht: Zur segmentierten Betrachtungsweise von Gesamtproduktionen" von StB Ralph Homuth, original erschienen in: IWB 2018 Heft 19, 746 - 752.

Der Autor beschäftigt sich mit der Behandlung künstlerischer Produktionen im Steuerrecht, insbesondere mit der segmentierten Betrachtungsweise von Gesamtproduktionen. Er führt aus, dass im Kunst- und Medienbereich Beziehungen von besonderer Bedeutung sind. Viele Aufträge ließen sich nur schwer ohne fremde Hilfe realisieren. Wenn beispielsweise Aufträge im Ausland stattfänden, würden sie oft an Serviceunternehmen vergeben, die aufgrund ihrer Ortskenntnis organisatorische Arbeiten unternähmen und Veranstaltungsräume und Technik buchten. Daraus könne für die inländischen Auftraggeber als Vergütungsschuldner die Verpflichtung resultieren, bei den Zahlungen an das Serviceunternehmen den Steuerabzug gem. § 50a EStG vorzunehmen. Das BFH-Urteil vom 25.04.2018 (I R 59/15) befasse sich mit den Fragen, ob sich das Honorar für die gesamte Produktion aufteilen lässt und in welchem Umfang der Steuerabzug vorzunehmen ist.

Homuth erklärt, dass die Vergütung, die eine Produktionsgesellschaft für die Organisation einer künstlerischen Darbietung erhält, nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit dem Art. 17 Abs. 2 DBA Österreich unterfalle. Sie sei gegebenenfalls nach der so genannten segmentierten Betrachtungsweise aufzuteilen in Vergütungsbestandteile, die eine persönlich ausgeübte Künstlertätigkeit entgelten und in andere Vergütungsbestandteile, die anderen Abkommensartikeln zuzuordnen sind. Eine Aufteilung der Produktionskosten sei also möglich. Mittels einer genauen Einzelkostenabrechnung ließe sich die Haftung für die Abzugssteuer begrenzen. Vor allem sei zu empfehlen, rechtzeitig die Freistellung vom Steuerabzug zu beantragen, so der Autor.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RAin Beatrix Muhtz.