25.02.2019 Private Limited Company (Ltd.)
Brexit und Limited - Böttcher und Ferstl untersuchen das Anwachsungsmodell
Kurznachricht zu "Ausweg aus der Limited" von Jan Böttcher, LL.M. und StB Michael Ferstl, original erschienen in: NWB 2019 Heft 9, 552 - 565. Böttcher und Ferstl legen einleitend dar, dass der Brexit im ...

Kurznachricht zu "Ausweg aus der Limited" von Jan Böttcher, LL.M. und StB Michael Ferstl, original erschienen in: NWB 2019 Heft 9, 552 - 565.

Böttcher und Ferstl legen einleitend dar, dass der Brexit immer näher rückt. Für nach britischem Recht gegründete Gesellschaften mit Verwaltungssitz im Inland besteht akuter Handlungsbedarf. Die Autoren machen deutlich, dass durch den Vollzug des Brexits für eine britische Kapitalgesellschaft mit Verwaltungssitz in Deutschland ein Rückfall in die Sitztheorie greift mit der Folge, dass die Limited aufgrund des Numerus clausus der Gesellschaftsformen nach deutschem Zivilrecht - in Abhängigkeit ihrer Gesellschafterstruktur - zur Personen(handels)gesellschaft oder zu einem Einzelunternehmen "mutiert". Die Autoren zeigen im nächsten Abschnitt auf, dass wesentliche praktische Folge des Statutenwechsels der Fortfall der Haftungsabschirmwirkung zur Gesellschafterebene ist. Bei mehreren Gesellschaftern kommt es mit dem Brexit automatisch zur Haftung für Gesellschafterverbindlichkeiten gem. § 128 HGB; bei einer Ein-Personen-Limited folgt die unbeschränkte Haftung als Einzelunternehmer.

Darlegungen zum Steuerrecht schließen sich an. Die Verfasser zeigen, dass auch nach deutschem Steuerrecht sich der Status der Limited nicht ändert. Im Rahmen des SEStEG vom 07.12.2006 wurde u.a. auch in § 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG der Katalog der unbeschränkt körperschafsteuerlichen Gesellschaften um das Wort "insbesondere" ergänzt. Unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig können daher auch solche Gesellschaften sein, die zwar nicht nach deutschem oder europäischem Recht gegründet worden sind, die aber nach ihrem Gründungsstatut einer Kapitalgesellschaft entsprechen (Typenvergleich). Böttcher und Ferstl stellen im Folgenden die Handlungsoptionen dar. Sie untersuchen u.a. die Einbringung des Geschäftsbetriebs in einer GmbH & Co. KG. Abschließend konstatieren die Autoren, dass eine "saubere und einfache Lösung" der steuerneutralen Umstrukturierung einer Limited mit inländischem Verwaltungssitz nicht besteht. Eine Sicherheit für steuerneutrale Lösungen gibt es derzeit nur für Fälle der grenzüberschreitenden Umwandlung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.