04.03.2019 Unternehmenskauf & Unternehmensübernahme
Unternehmenskaufvertrag - Bisle untersucht Kaufpreisklauseln
Kurznachricht zu "Kaufpreisklauseln in Unternehmenskaufverträgen" von RA/FAStR Michael Bisle, original erschienen in: NWB 2019 Heft 10, 665 - 672. Bisle legt im ersten Abschnitt dar, dass die Festlegung ...

Kurznachricht zu "Kaufpreisklauseln in Unternehmenskaufverträgen" von RA/FAStR Michael Bisle, original erschienen in: NWB 2019 Heft 10, 665 - 672.

Bisle legt im ersten Abschnitt dar, dass die Festlegung des Kaufpreises eine der wichtigsten Maßnahmen beim Kauf eines Unternehmens oder einer Beteiligung ist. Der Autor erläutert sodann vertragliche Kaufpreismodelle. Es sind drei Grundmodelle zu unterscheiden: (1.) Vereinbarung eines Festkaufpreises, (2.) Vereinbarung eines vorläufigen Kaufpreises mit Anpassungsmechanismus sowie (3.) Vereinbarung eines variablen Kaufpreises (Earn out). Bisle stellt die verschiedenen Modelle im Einzelnen dar. Er arbeitet heraus, dass es vor allem bei kleineren Transaktionen in der Praxis üblich ist, einen festen Kaufpreis im Unternehmenskaufvertrag zu vereinbaren, dessen Höhe in der Regel auf dem letzten testierten Jahresabschluss des Zielunternehmens basiert. Der Autor zeigt auf, dass insbesondere bei komplexen Transaktionen sich die Vertragsparteien in aller Regel nicht auf einen Festpreis verständigen, sondern mit sog. Kaufpreisanpassungsklauseln arbeiten. Hintergrund solcher Vertragsklauseln ist der Umstand, dass den Vertragsparteien im Zeitpunkt der Verhandlung des Kaufpreises die für eine konkrete Berechnung notwendigen Daten regelmäßig nicht vorliegen.

Der Verfasser arbeitet heraus, dass die Eigenkapitalgarantie früher zumindest in der deutschen Vertragspraxis die vorherrschende Anpassungsmethode war. Bei dieser Methode wird zunächst auf Grundlage bereits vorliegender Bilanzen ein Festkaufpreis festgelegt, der dann später um den Betrag angepasst wird, um den das in der schließlich maßgeblichen Stichtagsbilanz ermittelte Eigenkapital höher oder niedriger ist. Im Ergebnis gibt der Verkäufer also eine Eigenkapitalgarantie auf den festgelegten Festkaufpreis ab. Bisle arbeitet heraus, dass eine Kaufpreisanpassung nach "cash and debt free" in der Regel nur bei größeren Unternehmenstransaktionen sinnvoll ist. Vereinfacht dargestellt wird das Unternehmen dabei so behandelt, als hätte es weder Barmittel noch Fremdverbindlichkeiten (debt free). Der Autor zeigt ferner auf, dass gerade bei jungen Unternehmen sowie Unternehmen, deren Geschäftsentwicklung maßgeblich von der Erreichung bestimmter Ziele oder dem Eintritt zukünftiger Ergebnisse abhängt, die Ermittlung des Unternehmenswerts oftmals schwierig ist. Earn-out-Klauseln führen - so der Autor - in der Regel dazu, dass der variable Teil des Kaufpreises erst zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen ist.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.