15.03.2019 Sonstige Hilfen zur Kinderpflege, Erziehung & Betreuung
Jugendhilfe - Seckinger u.a. untersuchen die Qualität stationärer Einrichtungen
Kurznachricht zu "Qualität stationärer Einrichtungen der Jugendhilfe - Was ist das?" von Dr. Mike Seckinger und Maria Burschel und Dr. Kathrin Klein-Zimmer, original erschienen in: NDV 2019 Heft 3, 123 - 125.

Kurznachricht zu "Qualität stationärer Einrichtungen der Jugendhilfe - Was ist das?" von Dr. Mike Seckinger und Maria Burschel und Dr. Kathrin Klein-Zimmer, original erschienen in: NDV 2019 Heft 3, 123 - 125.

Seckinger, Burschel und Klein-Zimmer legen einleitend dar, dass sich drei grundsätzlich verschiedene Wege identifizieren lassen, wie stationäre Einrichtungen versuchen, ihre Ziele zu erreichen. Der erste Weg wird von den Autoren umschrieben mit subjektbezogener Intervention. Damit ist ein eher an therapeutischen Vorstellungen und Konzepten ausgerichteter Ansatz gemeint, der im Wesentlichen darauf setzt, ausgehend von einer möglichst präzisen und detaillierten Diagnose durch subjektbezogene Interventionen das Problem zu lösen, quasi zu heilen. Der zweite Weg lässt sich beschreiben als die Eröffnung von Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten durch die Gestaltung des Settings, d.h. ein im Kern pädagogischer Ansatz. Ein Bespiel für einen solchen Ansatz ist ein Verständnis der Einrichtung als Hausgemeinschaft. Ein solches Herangehen hat - so die Autoren - selbstverständlich Auswirkungen auf eine Vielzahl von konkreten Dingen in der Einrichtung. Sie machen deutlich, dass der dritte Weg sich an der strukturierten und auch anhand zahlreicher Vorgaben von außen begründeten Gestaltungen von Prozessen orientiert. Durch eine intensive Nutzung von Qualitätsbüchern und der Beschreibung von Prozessen soll sichergestellt werden, dass zu jeder Zeit in der Einrichtung die gleichen Standards umgesetzt werden.

Die Autoren legen im nächsten Abschnitt dar, dass sich herausgestellt hat, dass in Qualitätsbeschreibungen substanzielle Aussagen zum Umgang mit für die Arbeit in der Einrichtung typischen und nicht auflösbaren Spannungsfelder gemacht werden müssen, denn nur wenn eine Einrichtung plausibel darlegt, wie sie bei der Bearbeitung dieser Herausforderungen vorgeht, kann sowohl auf Seiten der Adressaten als auch auf Seiten der Jugendämter eine Einschätzung getroffen werden, ob eine ausgewählte Einrichtung auch eine für den aktuellen Einzelfall geeignete Einrichtung ist. Abschließend zeigen die Verfasser auf, dass es Aufgabe der Jugendhilfeplanung ist, dafür zu sorgen, dass ein ausreichendes Angebot für alle Fallgestaltungen vorhanden ist.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.