18.03.2019 Architektenvertrag
Kostenhaftung des Architekten: Averhaus zum Urteil des OLG Schleswig vom 22.03.2018
Kurznachricht zu "Haftung des Architekten für Kostenschätzung und "Schwarzarbeit"" von RA Dr. Ralf Averhaus, original erschienen in: NZBau 2019 Heft 3, 163 - 165. Mit Urteil vom 22.03.2018 - 7 U 48/18 - ...

Kurznachricht zu "Haftung des Architekten für Kostenschätzung und "Schwarzarbeit"" von RA Dr. Ralf Averhaus, original erschienen in: NZBau 2019 Heft 3, 163 - 165.

Mit Urteil vom 22.03.2018 - 7 U 48/18 - ist das OLG Schleswig der Auffassung gefolgt, dass ein Architekt dem Bauherren nicht auf Schadensersatz haftet, wenn bei einer zu niedrigen Kostenschätzung die Baukosten einen Toleranzrahmen von 30 bis 40 % nicht überschreiten. Diesbezüglich fasst der Autor den dem Urteil zugrunde liegenden Sachverhalt (eine Gebäudesanierung wurde aus Kostengründen abgebrochen) und die Entscheidung des OLG zusammen, geht kurz auf bisherige Äußerungen in Rechtsprechung und Literatur zum Toleranzrahmen ein und kommentiert das OLG-Urteil (überwiegend) zustimmend. Außerdem geht der Verfasser der Frage nach, wie der entschiedene Fall zu beurteilen gewesen wäre, wenn die Parteien eine Baukostenobergrenze vereinbart hätten, und empfiehlt in seinem Fazit Auftraggebern, wenn diese die Baukosten begrenzen möchten, die Vereinbarung einer Baukostenobergrenze, auch wenn diese allein noch keine Kostensicherheit garantiere. Abschließend wirft der Autor noch einen Blick auf die ebenfalls vom OLG angesprochene Haftung des Architekten für "übermäßige und unkoordinierte Abbrucharbeiten" und weist insofern u.a. darauf hin, dass es höchstrichterlich noch nicht geklärt sei, ob ein bauüberwachender Architekt, wenn er bei nicht fachgerecht ausgeführten "Schwarzarbeiten" nicht eingreife, auf Schadensersatz hafte.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Andrea Rosenfeldt.