18.04.2019 Abschluss eines Architektenvertrags & Wirksamkeit
Schmeel stellt wichtige im Jahr 2018 veröffentliche Entscheidungen zum Architekten- und Ingenieurrecht vor
Kurznachricht zu "Aktuelle Entwicklungen im Architekten- und Ingenieurrecht" von RA Prof. Dr. Günter Schmeel, original erschienen in: MDR 2019 Heft 6, 332 - 335. Der Aufsatz schließt an den Beitrag aus ...

Kurznachricht zu "Aktuelle Entwicklungen im Architekten- und Ingenieurrecht" von RA Prof. Dr. Günter Schmeel, original erschienen in: MDR 2019 Heft 6, 332 - 335.

Der Aufsatz schließt an den Beitrag aus MDR 2018, 501 an. Der Architektenvertrag kann auch stillschweigend abgeschlossen werden, indem der Bauherr die Leistungen des Architekten annimmt. Der Bauherr kann nicht durch bloßes Bestreiten den Architektenvertrag verhindern (OLG Stuttgart, Urteil vom 16.01.2018 - 10 U 80/17). Die HOAI gilt, soweit eine Leistung dem Leistungsbild der HOAI entspricht. Der Architekt, der Leistungen als freier Mitarbeiter eines anderen Architekten erbringt, kann eine Vergütung nach der HOAI verlangen (OLG Oldenburg, Urteil vom 21.11.2017 - 2 U 73/17).

Weiterhin wird auf Fragen der Haftung und Kostentragung eingegangen. Zwar muss der Auftraggeber grundsätzlich präzise Vorgaben für das Bauvorhaben machen, der Architekt muss aber auch klären, ob eine bestimmte Größe und Höhe für einen Pkw-Stellplatz in Betracht kommt. Wenn es aufgrund der Änderungswünsche des Auftraggebers zu Kostensteigerungen kommt, muss der Architekt durch Einsparungen einen Ausgleich schaffen (OLG Stuttgart, Urteil vom 28.11.2017 - 10 U 68/17). Soweit der Architekt weiß, dass öffentliche Zuschüsse gewährt werden, muss er dafür sorgen, dass auch die Fördervoraussetzungen eingehalten werden. Wenn die Planung einen Fachplaner erfordert, muss der Architekt grundsätzlich einen entsprechenden Fachplaner einschalten (OLG München, Urteil vom 30.08.2017 - 13 U 4374/15). Beim Auswechseln des Architekten muss der Nachplaner nicht gänzlich neu überplanen (OLG Hamm, Urteil vom 31.01.2018 - 12 U 23/17). Der Architekt muss den Bauherrn aufklären, soweit dieser aufklärungsbedürftig ist (OLG Koblenz, Urteil vom 12.04.2018 - 1 U 108/17). Der Landschaftsplaner muss grundsätzlich auch die Planung des Objektplaners grundsätzlich überprüfen (OLG Celle, Urteil vom 22.12.2016 - 16 U 59/13). Schließlich behandelt der Verfasser den Umgang mit besonders gefahrträchtigen Arbeiten sowie mit Software-Fehlern.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Martin Funk.