01.04.2019 Einkünfte gemäß Doppelbesteuerungsabkommen
Homuth berichtet über das Urteil des BFH vom 11.07.2018 zur steuerlichen Einordnung eines Lichtdesigners
Kurznachricht zu "Zur Tätigkeit werkschaffender Künstler (Lichtdesigner)" von StB Ralph Homuth, original erschienen in: IWB 2019 Heft 6, 257 - 264. In dem dem Urteil des BFH vom 11.07.2018 - I R 44/16 - ...

Kurznachricht zu "Zur Tätigkeit werkschaffender Künstler (Lichtdesigner)" von StB Ralph Homuth, original erschienen in: IWB 2019 Heft 6, 257 - 264.

In dem dem Urteil des BFH vom 11.07.2018 - I R 44/16 - zugrunde liegenden Sachverhalt war ein Steuerpflichtiger an verschiedenen Opernhäusern im Ausland als Lichtdesigner tätig. Das Finanzamt qualifizierte die Einnahmen als Einkünfte aus selbständiger Arbeit und unterwarf sie der inländischen Besteuerung, ohne einbehaltene Quellensteuerbeträge anzurechnen. Der Steuerpflichtige begehrte die Anrechnung der Quellensteuer. Der BFH wies die Sache an das FG zurück. Entscheidend sei, ob der Kläger werkschaffend tätig war oder als Performance-Künstler. Ersteres ist der Fall, wenn er das Lichtdesign vorab entwickelte und vor der Aufführung nur an die lokalen Verhältnisse anpasste, ohne im Rahmen der späteren Opernaufführung auf das Werk Einfluss zu nehmen. Letzteres wäre einschlägig, wenn er das Lichtdesign als Teil der jeweiligen Opernaufführung "live" geschaffen und aufgeführt hat. Der Autor fasst zusammen, dass deswegen die Tätigkeit eines dem Grunde nach werkschaffenden Künstlers auch als darstellende Tätigkeit zu qualifizieren sein kann. Die Rechtsfolgen des Art. 17 OECD-MA 2017 treten nur ein, wenn der Steuerpflichtige sein Werk live vor Publikum anbietet, so der Autor.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RAin Beatrix Muhtz.