29.04.2019 Unternehmenskauf & Unternehmensübernahme
Unternehmensbewertung - Buchner und Friedl untersuchen den AWH-Standard
Kurznachricht zu "Valuation Note - Kennzeichnung und Erläuterung des AWH-Standards zur Unternahmensbewertung" von Dr. Markus Buchner und Prof. Dr. Gunther Friedl, original erschienen in: DB 2019 Heft 17, 921 - 927.

Kurznachricht zu "Valuation Note - Kennzeichnung und Erläuterung des AWH-Standards zur Unternahmensbewertung" von Dr. Markus Buchner und Prof. Dr. Gunther Friedl, original erschienen in: DB 2019 Heft 17, 921 - 927.

Die Autoren weisen einleitend darauf hin, dass die am Markt bestehenden Grundsätze zur Unternehmensbewertung überwiegend auf die Bewertung von kapitalmarktorientierten Großunternehmen abzielen, bei denen zur Wertermittlung regelmäßig auf beobachtbare Marktdaten und eine aussagefähige Informationsbasis zurückgegriffen werden kann. Bei KMU treffen diese Eigenschaften indes oft nicht zu. Deshalb ist deren Bewertung mit Besonderheiten verbunden. Berufsverbände bemängeln, dass Bewertungsstandards wie z. B. der IDW S 1 sich beim KMU und auch Kleinstunternehmen nicht immer zielführend anwenden lassen. Buchner und Friedl legen im nächsten Abschnitt dar, dass der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für das Handwerk einen Bewertungsstandard formuliert hat ("AWH-Standard"). Bestehende Wertermittlungsgrundsätze und -standards stellen konzeptionell weitestgehend auf die Bewertung von kapitalmarktorientierten Großunternehmen ab, bei denen die betriebliche Sphäre klar abgegrenzt ist und regelmäßig ein Rückgriff auf beobachtbare Marktdaten erfolgen kann.

Die Bewertung von KMU ist, so die Autoren, regelmäßig mit Besonderheiten verbunden, die u. a. aus der Einheit von Eigentum und Leitung sowie eingeschränkten Informationsquellen als auch fehlenden Planungsrechnungen resultieren. Im Folgenden arbeiten die Autoren heraus, wie der Ertragswert zu berechnen ist. Die erste Komponente zur Ermittlung des Ertragswerts von betriebsnotwendigem Vermögen stellt die Prognose eines konstant nachhaltigen Überschusses dar. Hierzu ist zunächst auf bereinigte Gewinne der vergangenen vier Wirtschaftsjahre abzustellen. Jeweils ausgehend vom handelsrechtlichen Vorsteuerergebnis ist dieses in jedem relevanten Jahr aus Gründen der Normalisierung um bestimmte Erträge und Aufwendungen zu modifizieren. Die zweite Komponente zur Berechnung des Ertragswerts von betriebsnotwendigem Vermögen stellt die Bestimmung des Kapitalisierungsfaktors dar. Dieser besteht im AWH-Standard aus fünf Komponenten. Buchner und Friedl stellen diese Komponenten im Einzelnen dar. Eine Darstellung wesentlicher Fachliteratur und Materialien zum AWH-Standard bildet den Abschluss des Beitrags.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.