09.05.2019 Bekenntnis- & Religionsfreiheit
Haarhuis und Harfousch berichten über die Vereinbarkeit von islamischen Glaubensvorstellungen mit unseren Werten
Kurznachricht zu "Islamische Glaubensvorstellungen in der deutschen und europäischen Rechtsprechungspraxis" von Prof. Dr. Daniela Haarhuis und Alexander Harfousch, original erschienen in: DÖV 2019 Heft 9, 344 - 352.

Kurznachricht zu "Islamische Glaubensvorstellungen in der deutschen und europäischen Rechtsprechungspraxis" von Prof. Dr. Daniela Haarhuis und Alexander Harfousch, original erschienen in: DÖV 2019 Heft 9, 344 - 352.

Die Autoren berichten über islamische Glaubensvorstellungen in der deutschen und europäischen Rechtsprechungspraxis. Fraglich ist, ob der Islam mit den grundlegenden Werten unserer Gesellschaft vereinbar ist, wie mit der Achtung der Menschenwürde, der Gleichberechtigung von Mann und Frau und dem Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Sie erklären, dass islamische Glaubensvorstellungen nicht schlechthin gegen die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft verstoßen. Teilweise müssten sie allerdings aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Rechte Dritter eingeschränkt werden. Denn in einer pluralistischen Gesellschaft müssen alle Angehörigen von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gewisse Einschränkungen eigener Rechte hinnehmen, um die Entfaltung der von ihrer Glaubensausübung tangierten Rechte Dritter nicht zu gefährden. Allerdings werden auch die Rechte Dritter eingeschränkt, um die Glaubensvorstellungen aller Religionen so weit wie möglich umzusetzen.

Ob "der Islam" mit unserem Wertesystem vereinbar ist, richtet sich vor allem danach, ob einer moderaten oder strengen Auslegung des Korans gefolgt wird. Nicht mit unseren Wertevorstellungen vereinbar sind strafrechtliche Sanktionen wie Steinigungen und bestimmte familienrechtliche Regelungen, die Männer gegenüber Frauen bevorzugen. Ende 2015 wohnten ungefähr 4,5 Millionen Muslime in Deutschland, nur ungefähr 300 Musliminnen tragen die Burka, nur ungefähr 28 % der muslimischen Frauen ein Kopftuch und nur ungefähr 2 % der muslimischen Mädchen nahmen nicht am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht teil, so die Autoren.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RAin Beatrix Muhtz.