20.05.2019 Aufgaben & Stellung des Insolvenzverwalters
Insolvenzverwalter - Schmittmann untersucht die Rechnungslegungspflichten
Kurznachricht zu "Rechnungslegung in der Insolvenz" von Prof. Dr. Jens M. Schmittmann, original erschienen in: StuB 2019 Heft 9, 360 - 368.

Kurznachricht zu "Rechnungslegung in der Insolvenz" von Prof. Dr. Jens M. Schmittmann, original erschienen in: StuB 2019 Heft 9, 360 - 368.

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Schmittmann legt einleitend dar, dass der Gesetzgeber mit der Einführung der Insolvenzordnung und ihrem Inkrafttreten zum 01.01.1999 das deutsche Insolvenzrecht grundlegend reformiert hat. Gem. § 155 Abs. 1 InsO bleiben die handels- und steuerrechtlichen Pflichten des Schuldners zur Buchführung und zur Rechnungslegung unberührt. Der Insolvenzverwalter hat diese Pflichten in Bezug auf die Insolvenzmasse zu erfüllen. Schmittmann befasst sich mit den Rechtsgrundlagen der insolvenzrechtlichen Rechnungslegung. Diese ergeben sich im Wesentlichen aus der Insolvenzordnung (InsO) und dem Handelsgesetzbuch (HGB). In der Praxis werden darüber hinaus auch die Veröffentlichungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) sowie die Grundsätze ordnungsgemäßer Insolvenzverwaltung (GOI) des Verbandes Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. berücksichtigt. Der Autor erläutert den Dualismus zwischen insolvenz- und handelsrechtlicher Rechnungslegung und arbeitet heraus, dass zudem zwischen der sog. externen Rechnungslegung und in der internen Rechnungslegung unterschieden wird. Der Dualismus zwischen insolvenz- und handelsrechtlicher Rechnungslegung wurde von Karsten Schmidt begründet und ist heute durch § 66 InsO gesetzlich anerkannt. Der Dualismus zwischen insolvenzrechtlicher und handelsrechtlicher Rechnungslegung führt zu einem doppelten Aufwand und mitunter zu hohen Kosten; dies hat der Gesetzgeber allerdings ausdrücklich so gewollt. Darlegungen zum Zweck der Rechnungslegung schließen sich an. Die Rechnungslegung dient allgemein der Aggregation und Bereitstellung von zweckorientiertem Wissen.

Der Verfasser untersucht im nächsten Abschnitt die Veröffentlichung des IDW. Konkret verweist er auf IDW RH HFA 1.010, IDW RH HFA 1.011, IDW RS HFA 17 und IDW S 11. Sodann geht er auf die Grundsätze ordnungsgemäßer Insolvenzverwaltung (GOI) ein und gibt eine Übersicht über die Pflichten des Insolvenzverwalters. Dieser ist gem. § 155 Abs. 1 InsO nicht nur verpflichtet, die seitens des Schuldners bislang nicht aufgestellten Jahresabschlüsse aus der Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufzustellen. Zudem obliegt ihm die Feststellungskompetenz für die von ihm aufgestellten Jahresabschlüsse. Schmittmann befasst sich mit dem Verzeichnis der Massegegenstände. Gem. § 151 Abs. 1 Satz 1 InsO hat der Insolvenzverwalter ein Verzeichnis der einzelnen Gegenstände aufzustellen. Besonders schwierige Bewertungen können einem Sachverständigen übertragen werden (§ 151 Abs. 2 Satz 3 InsO). Im Folgenden setzt sich der Autor dezidiert mit der internen insolvenzrechtlichen Rechnungslegung auseinander. Darlegungen zur Vermögensübersicht und zur Eröffnungsbilanz schließen sich an. Der Autor arbeitet ferner heraus, dass im Rahmen der Schlussrechnungslegung sowohl die Verfahrensabwicklung als auch das Zahlenwerk erläutert werden müssen. Die Schlussrechnung besteht somit aus einem rechnerischen Teil, der die Einnahmen- und Ausgabenrechnung sowie fakultativ die Schlussbilanz enthält sowie aus dem zwingendem Schlussverzeichnis. Hinzu kommt ein beschreibender Teil und der im Fließtext zu fertigende Schlussbericht.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.