20.05.2019 Allgemeine Bewertungsgrundsätze
Schilling und Schmidt-Marloh fragen sich, ob bei der Verrechnungspreisermittlung auf Einzelverrechnungspreis-Basis ein Firmenwert einzubeziehen ist
Kurznachricht zu "Die Bewertung von Transferpaketen im Lichte der aktuellen OECD-Leitlinien - Entwicklung der Escape-Klause" von Prof. Dr. Dirk Schilling und Elke Schmidt-Marloh, original erschienen in: DB 2019 Heft 20, 1112 ...

Kurznachricht zu "Die Bewertung von Transferpaketen im Lichte der aktuellen OECD-Leitlinien - Entwicklung der Escape-Klause" von Prof. Dr. Dirk Schilling und Elke Schmidt-Marloh, original erschienen in: DB 2019 Heft 20, 1112 - 1116.

Die Autoren beschäftigen sich mit der Bewertung von Transferpaketen im Licht der aktuellen OECD-Leitlinien. Sie berichten, dass sich seit der Einführung der dritten Öffnungsklausel gem. § 1 Abs. 3 S. 10 Halbs. 2 AStG die Frage stellt, ob bei der Ermittlung des fremdüblichen Verrechnungspreises auf der Basis von Einzelverrechnungspreisen ein etwaiger funktionsbezogener Firmenwert einzubeziehen ist oder nicht. Nach der Vorschrift sind für die Bestandteile des Transferpakets unter bestimmten Voraussetzungen Einzelverrechnungspreise anzuerkennen. Der Autor meint, dass bei einer entlang dem Fremdvergleichsgrundsatz durchzuführenden Verrechnungspreisbestimmung für ein Transferpaket beide Methoden zum gleichen Ergebnis führen. Denn sowohl, wenn die Bewertung ganzheitlich erfolgt, als auch wenn sie auf der Grundlage der Summe der Einzelverrechnungspreise erfolgt würden Käufer und Verkäufer in ihre Grenzpreisbetrachtung alle wertbestimmenden Aspekte einfließen lassen. Dies würde zu einer zwingenden Einbeziehung von (anteiligen) Firmenwerten führen. Deswegen laufen nach Ansicht des Autors die drei Öffnungsklauseln des § 1 Abs. 3 S. 10 AStG ins Leere. Er rät zur Streichung der relevanten Gesetzespassagen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RAin Beatrix Muhtz.