20.05.2019 Ablauf der Abschlussprüfung
Abschlussprüfung bei Public Interest Entities - Philipps untersucht Steuerberatungsleistungen
Kurznachricht zu "Steuerberatungsleistungen von Abschlussprüfern bei Public Interest Entities" von WP/StB Prof Dr. Holger Philipps, original erschienen in: DStR 2019 Heft 20, 1056 - 1061. Der Autor weis ...

Kurznachricht zu "Steuerberatungsleistungen von Abschlussprüfern bei Public Interest Entities" von WP/StB Prof Dr. Holger Philipps, original erschienen in: DStR 2019 Heft 20, 1056 - 1061.

Der Autor weist einleitend darauf hin, dass Steuerberatungsleistungen Abschlussprüfern bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public lnterest Entities, PIE) durch die "Blacklist" in der EU-Abschlussprüferverordnung (EU-APrVO) grundsätzlich verboten sind; ihre Regelungen gelten für Abschlussprüfungen über Geschäftsjahre mit Beginn nach dem 16.06.2016. Aufgrund eines Mitgliedstaatenwahlrechts kann dieses Verbot unter bestimmten Voraussetzungen teilweise aufgehoben werden. Der deutsche Gesetzgeber hat von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Philipps untersucht im Folgenden die rechtlichen Grundlagen. Er arbeitet heraus, dass PIE nach der Definition in § 319a Abs. 1 HGB kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne von § 264d HGB, CRR-Kreditinstitute im Sinne von § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG, mit Ausnahme der in § 2 Abs. 1 Nr. 1 und 2 KWG genannten Institute, sowie Versicherungsunternehmen im Sinne von Art. 2 Abs. 1 der Richtlinie 91/674/EWG sind. Zur Stärkung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sieht die EU-APrVO in Art. 5 Abs. 1 UAbs. 2 Buchst. a ein Verbot der Erbringung von Steuerberatungsleistungen und in Art. 5 Abs. 3 ein Mitgliedstaatenwahlrecht zur (partiellen) Aufhebung dieses Verbots unter bestimmten Voraussetzungen vor.

Weiter ist nach Art. 10 Abs. 2 Buchst. g EUAPrVO über neben der Abschlussprüfung erbrachte Nichtprüfungsleistungen (u.a. Steuerberatungsleistungen) im Bestätigungsvermerk oder in der geprüften Rechnungslegung zu berichten. Philipps erläutert im Folgenden Art. 5 EU-APrVO und verdeutlicht die Struktur und Regelungsinhalte der Bestimmung anhand einer Grafik. Der Autor legt dar, wie der deutsche Gesetzgeber das Wahlrecht gem. Art. 5 Abs. 3 EU-APrVO ausgeübt hat. Er geht auf § 319a HGB ein und arbeitet heraus, dass Steuerberatungsleistungen von Abschlussprüfern bei PIE nach dem Verständnis des deutschen Gesetzgebers gemäß europäischer Rechtslage dann unzulässig sind, wenn sie zur Selbstprüfung und Reduktion der Steuerlast um mehr als den halben bisherigen Steuersatz führen. Philipps setzt sich im nächsten Abschnitt mit Steuerberatungsleistungen durch Abschlussprüfer bei PIE in der Praxis auseinander. Dabei legt er dar, dass Art. 10 Abs. 2 Buchst. g EU-APrVO verlangt, die Adressaten im Bestätigungsvermerk für erbrachte Nichtprüfungsleistungen zu informieren, wenn diese Information nicht in der geprüften Rechnungslegung des PIE gegeben wird. Eine Übersicht über Steuerberatungsleistungen, die bei den PIE von den Abschlussprüfern erbracht werden, bildet den Abschluss des Beitrags.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.