23.05.2019 Handels- & Bilanzrecht
Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2019
Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresbeginn gewachsen: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2019 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,4 % höher als im 4. Quartal 2018. Zuletzt war die deutsche Wirtschaftsleistung mit -0,2 % im 3. und 0,0 % im 4. Quartal 2018 leicht rückläufig beziehungsweise stagnierte.

Wachstumsimpulse zum Vorquartal vor allem aus dem Inland

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vor allem aus dem Inland: In Ausrüstungen wurde 1,2 % mehr investiert als im 4. Quartal 2018. Die Bauinvestitionen stiegen sogar um 1,9 %. Zudem steigerten die privaten Haushalte ihre Konsumausgaben um 1,2 %. Einen ähnlich starken Anstieg der privaten Konsumausgaben gab es zuletzt 2011. Die staatlichen Konsumausgaben hingegen waren rückläufig (-0,3 %).

Die Nachfrage aus dem Ausland ist ebenfalls gestiegen. Den vorläufigen Berechnungen zufolge wurden insgesamt 1,0 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im 4. Quartal 2018. Die Importe erhöhten sich im selben Zeitraum etwas schwächer (+0,7 %).

Bruttoinlandsprodukt auch im Vorjahresvergleich gestiegen

Im Vorjahresvergleich war das preisbereinigte BIP im 1. Quartal 2019 um 0,6 % höher (kalenderbereinigt: 0,7 %) als ein Jahr zuvor. Im 4. Quartal 2018 hatte das preisbereinigte BIP um 0,9 % (kalenderbereinigt: 0,6 %) und im 3. Quartal 2018 um 1,1 % (kalenderbereinigt: 1,1 %) höher gelegen als in den jeweiligen Vorjahresquartalen.

Rückgang der Arbeitsproduktivität

Die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2019 wurde von 44,9 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 481.000 Personen oder 1,1 % mehr als ein Jahr.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität - gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde - ist im 1. Quartal 2019 nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % gesunken. Je Erwerbstätigen gerechnet fiel der Rückgang der Arbeitsproduktivität mit -0,5 % etwas geringer aus. Im Durchschnitt wurden je Erwerbstätigen etwas mehr Arbeitsstunden geleistet als ein Jahr zuvor. Dies ergaben erste vorläufige Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Wachstumsimpulse auch im Vorjahresvergleich aus dem Inland

Auch im Vorjahresvergleich kamen die Wachstumsimpulse im 1. Quartal 2019 vor allem aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben stiegen um 1,1 %, die staatlichen Konsumausgaben um 1,4 %. In Ausrüstungen wurde preisbereinigt 2,3 % mehr investiert als im 1. Quartal 2018. Die Bauinvestitionen legten deutlich um 5,3 % zu. Insgesamt war die inländische Verwendung um 1,6 % höher als ein Jahr zuvor.

Im 1. Quartal 2019 wurden vorläufigen Berechnungen zufolge 1,5 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im 1. Quartal 2018. Im selben Zeitraum stiegen auch die Importe, der Anstieg fiel mit 4,1 % aber deutlich stärker aus.

Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe rückläufig

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im 1. Quartal 2019 mit Ausnahme des Verarbeitenden Gewerbes (-2,4 %) in allen Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor: Die größten Zuwachsraten gab es im Baugewerbe (+4,6 %), der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+4,7 %) und im Bereich der Information und Kommunikation (+3,1 %). Insgesamt war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 0,5 % höher als im 1. Quartal 2018.

Arbeitnehmerentgelt kräftig gestiegen

In jeweiligen Preisen gerechnet waren das Bruttoinlandsprodukt und das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2019 um 2,7 % höher als im 1. Quartal 2018. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, nahm insgesamt um 2,2 % zu. Dabei entwickelten sich die beiden Komponenten sehr unterschiedlich: Während das Arbeitnehmerentgelt um 4,7 % höher war als im 1. Quartal 2018, gingen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen um 2,6 % zurück. Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer waren um 4,6 %, die Nettolöhne und -gehälter um 4,9 % höher als vor einem Jahr. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer stiegen die Löhne und Gehälter weniger stark (brutto um 3,1 % und netto um 3,5 %), da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal zunahm (+1,4 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 3,2 % und damit stärker als die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen (+2,4 %).

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 196 vom 23.05.2019