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Arbeitsgericht Düsseldorf
Urt. v. 02.09.2008, Az.: 7 Ca 1837/08
Vorliegen einer gerechtfertigten außerordentlichen Kündigung eines langjährigen Arbeitsverhältnisses bei einer verbalen sexuellen Belästigung; Abgrenzung einer verbalen Entgleisung von einer ernstgemeinten Beleidigung
Gericht: ArbG Düsseldorf
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 02.09.2008
Referenz: JurionRS 2008, 34311
Aktenzeichen: 7 Ca 1837/08
ECLI: [keine Angabe]

Rechtsgrundlage:

§ 626 Abs. 1 BGB

ArbG Düsseldorf, 02.09.2008 - 7 Ca 1837/08

Amtlicher Leitsatz:

Nicht jede verbale sexuelle Belästigung rechtfertigt eine außerordentliche Kündigung eines langjährigen Arbeitsverhältnisses. Die Äußerung gegenüber einer Assistentin, sie bekomme alles von dem Geschäftsführer mit dem Vornamen Heinz-Dieter, insbesondere die gewünschte Gehaltserhöhung und den gewünschten Urlaub, wenn sie "dem kleinen Dieter was Gutes tue, weil sich dann der große Heinz freue", stellt an sich einen Grund zur außerordentlichen Kündigung dar. Eine als Scherz beabsichtigte, verbale Entgleisung hat nicht denselben Unwertgehalt wie eine ernstgemeinte Beleidigung.

Tenor:

  1. 1.

    Es wird festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien nicht durch die Kündigung der Beklagten vom 20.03.2008 aufgelöst ist.

  2. 2.

    Die Beklagte wird verurteilt, den Kläger zu den bisherigen Bedingungen bis zum rechtskräftigen Abschluss des Kündigungsrechtsstreits als Geschäftsleiter in der Niederlassung der Beklagten, E., L., weiter zu beschäftigen.

  3. 3.

    Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte.

  4. 4.

    Der Streitwert beträgt 43.850,00 Euro.

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