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Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 25.09.1992, Az.: 2 BvL 14/91
Sicherung des Existenzminimums für einen Steuerpflichtigen und seine Familie nach Erfüllung seiner Einkommensteuerschuld; Bemessung der Höhe des steuerlich zu verschonenden Existenzminimums; Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und des in der Rechtsgemeinschaft anerkannten Mindestbedarfs; Verhinderung einer Deckung des existenznotwendigen Bedarfs durch Inanspruchnahme von Staatsleistungen; Vereinbarkeit von den in den Einkommensteuertarif eingearbeiteten Grundfreibeträgen und Kinderfreibeträgen mit dem Grundgesetz; Verfassungsrechtlich gebotene Höhe des Grundfreibetrags; Historische Entwicklung der allgemeinen Einkommensteuer; Steuerliche Verschonung der Unterhaltsaufwendungen für Kinder bei der Einkommensbesteuerung der Eltern
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 25.09.1992
Referenz: JurionRS 1992, 21818
Aktenzeichen: 2 BvL 14/91
 

Fundstellen:

BVerfGE 87, 153 - 181

BB 1992, 2124-2132 (Volltext mit amtl. LS)

BB 1992, 2341 (amtl. Leitsatz mit Anm.)

BStBl II 1993, 413-422 (Volltext mit amtl. LS)

DB 1992, 2217-2221 (Volltext mit amtl. LS)

DStR 1992, 1539-1543 (Volltext mit amtl. LS)

DStZ 1992, 763-764 (Volltext mit amtl. LS)

DStZ 2005, 515 (Urteilsbesprechung von Dipl.-Volkswirt Volker Stern)

DVBl 1992, 1591-1594 (Volltext mit amtl. LS)

DZWIR 1992, 463-467 (Volltext mit amtl. LS)

DZWIR 1992, 459-463 (Urteilsbesprechung von Ref. Klaus Oechsle)

FamRZ 1993, 285-288 (Volltext mit amtl. LS)

FuR 1992, 356-363 (Volltext mit red. LS u. Anm.)

HFR 1993, 33-35 (Volltext mit amtl. LS)

JuS 1993, XXVI Heft 1 (Volltext)

JZ 1993, 306-311 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)

NJ 1992, 567

NJW 1992, 3153-3157 (Volltext mit amtl. LS)

NVwZ 1993, 55 (amtl. Leitsatz)

WM 1992, 1874-1881 (Volltext mit amtl. LS)

Hinweis:

Hinweis: Verbundenes Verfahren:

Volltext siehe unter BVerfG - 25.09.1992 - AZ: 2 BvL 5/91

Weitere Verbundverfahren:BVerfG - 25.09.1992 - AZ: 2 BvL 8/91

BVerfG, 25.09.1992 - 2 BvL 14/91

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Dem der Einkommensteuer unterworfenen Steuerpflichtigen muß nach Erfüllung seiner Einkommensteuerschuld von seinem Erworbenen soviel verbleiben, als er zur Bestreitung seines notwendigen Lebensunterhalts und - unter Berücksichtigung von Art. 6 Abs. 1 GG - desjenigen seiner Familie bedarf (Existenzminimum).

  2. 2.

    Die Höhe des steuerlich zu verschonenden Existenzminimums hängt von den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen und dem in der Rechtsgemeinschaft anerkannten Mindestbedarf ab. Der Steuergesetzgeber muß dem Einkommensbezieher von seinen Erwerbsbezügen zumindest das belassen, was er dem Bedürftigen zur Befriedigung seines existenznotwendigen Bedarfs aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung stellt.

  3. 3.

    Bei einer gesetzlichen Typisierung ist das steuerlich zu verschonende Existenzminimum grundsätzlich so zu bemessen, daß es in möglichst allen Fällen den existenznotwendigen Bedarf abdeckt, kein Steuerpflichtiger also infolge einer Besteuerung seines Einkommens darauf verwiesen wird, seinen existenznotwendigen Bedarf durch Inanspruchnahme von Staatsleistungen zu decken.

 
Zitierungen
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